Meerrettich – scharfes Gewürz mit heilsamer Wirkung

Gewürze

Der Meerrettich (Armoracia Rustica), mancherorts auch unter dem Namen Kren bekannt, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Die Pflanze, die ursprünglich aus Süd- und Osteuropa stammt, wurde bereits in der Antike kultiviert und kann auf eine lange Tradition zurückblicken, da sie schon in jener Zeit zum Schärfen von Speisen Verwendung fand, in der Pfeffer in Europa noch nicht verbreitet war.

Obwohl auch die Blätter essbar sind, findet vor allem die Wurzel in der Küche Verwendung, die in unverarbeitetem Zustand zwar geruchlos ist, sobald sie aufgeschnitten oder zerrieben wird jedoch durch eine chemische Reaktion der enthaltenen ätherischen Öle den bekannten scharf stechenden Geruch entwickelt. Diese Scharfstoffe sind auch verantwortlich für den Geschmack des Meerrettich, der traditionell vor allem zu Gerichten wie beispielsweise Räucherfisch, Tafelspitz, Schinken und Würstchen serviert wird.

Nun ist allerdings der Meerrettich nicht nur beinahe völlig fettfrei, kalorienarm und gesund, weil er vielerlei Mineralstoffe sowie Vitamine enthält (z. B. Vitamin C), seit dem Mittelalter ist darüber hinaus auch seine Wirkung als Heilpflanze bekannt. Diese beruht auf dem antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekt der bereits erwähnten Senföle (Glucosinulate), deren Wirksamkeit auch in wissenschaftlichen Versuchen bestätigt werden konnte.

In jüngster Zeit gewinnt der Meerrettich – bzw. eine eng verwandte Art, die aus Japan stammt und unter dem Namen Wasabi bekannt ist – übrigens auch eine neue kulinarische Bedeutung und Verbreitung. Der japanische Wasabi gilt als wesentlich schärfer als der europäische Meerrettich (was allerdings zutrifft, wenn er frisch zubereitet genossen wird) und wird bevorzugt zu Sushi und Sashimi serviert. Wer den Wasabi noch nicht kennt: Zusammen mit den erwähnten Speisen kann er inzwischen bei einer großen Anzahl an Lieferdiensten problemlos bestellt werden.

Foto:  Ryan Carter – istockphoto.com

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.